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Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Rhum Agricole“?

Rum Company GmbH & Co. KG
Rum-Wissen
Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Rhum Agricole“? -

Man versteht unter diesem Begriff einen Rum „aus landwirtschaftlicher Herstellung“, der aus den französischen Überseegebieten kommt. Dem Erfindungsreichtum der in ihrer Existenz bedrohten Zuckerrohrproduzenten in der Karibik haben wir diese besondere Rum-Kategorie zu verdanken, dessen Anteil aktuell weltweit bei nur ca. 3% liegt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Zuckerbedarf in Europa zunehmend aus Zuckerrüben gedeckt und die Übersee-Fabriken hatten plötzlich keine Nachfrage mehr. Da kein Zucker produziert wurde fiel auch keine Melasse mehr als Nebenprodukt an. So perfektionierte man die von Schwarzbrennern bekannte Methode der Destillation aus frischem Zuckerrohrsaft.

Rhum Agricole muss aus frischem Zuckerrohrsaft hergestellt werden.

Ein wichtiges Merkmal des Rhum Agricole ist also die Produktion auf Basis von frischem Zuckerrohrsaft. Zur Destillation wird eine Einsäulenanlage genutzt. Um den Rum von den herkömmlichen Sorten zu unterscheiden, erhielt er den Namenszusatz „Agricole“. Er wird zwar in etlichen Ländern hergestellt, darf jedoch nur so genannt werden, wenn seine Herkunft aus den französischen Departements in Übersee liegt oder in der autonomen Region Madeira.

Strenge Definition der AOC-Bezeichnung

Dies wurde 1996 sogar gesetzlich definiert und in Form der begehrten Herkunfts- und Qualitätsbezeichnung AOC, der „Appellation d´Origine Contrôlée“ festgelegt. In dieser Vorschrift ist exakt definiert, welche Regionen für den Anbau des Zuckerrohrs erlaubt sind, wann genau die Ernte zu erfolgen hat, wie die Gärung stattfinden muss, welchen Alkoholgehalt der Rum nach der Fermentation vorweisen muss und wie lange er gelagert werden muss. Heute wird er auf den französischen Antillen, also auf Martinique, Guadeloupe und auch auf Haiti, in Französisch-Guayana, La Palma und im Indischen Ozean auf Réunion und Mauritius produziert. Nach den AOC-Vorschriften wird er bislang aber nur auf Martinique, Guadeloupe und La Réunion hergestellt.

Was ist das Besondere am Rhum Agricole?

Die Regularien muten zwar sehr streng an, jedoch ist das Label AOC ein sehr starkes Verkaufsargument für die Rum-Marken. Der Rhum Agricole schmeckt in der Regel frischer und grasiger als seine Melasse-Kollegen. Martinique stellt dabei häufig mildere und weichere Rums her als Guadeloupe, dessen Agricoles meist intensiver und etwas rauer daherkommen.

Wichtige Bezeichnungen beim Rhum Agricole:

Rhum Blanc – weißer ungereifter Agricole Rum der drei Monate oder länger in Edelstahlfässern ruht.

RhumVO – mindestens drei Jahre Fasslagerung und VO bedeutet „very old“.

Rhum VSOP – mindestens vier Jahre Fasslagerung  - „very special old & pale“

Rhum XO – „extra old“ und mindestens sechs Jahre oder länger in Eichenfässern gereift

Rhum Agricole Hors d´Age – hier liegt die Reifung bei über zehn Jahren